Crowdsourcing Code of Conduct

Im März 2015 wurde Sigmar Gabriel (SPD) von Deutschlandfunk interviewt. Es ging um das Thema BIG DATA und tauchte auch noch schnell in das Theme Digitale Arbeitswelt ab

Das Zweite ist: Wir erleben eine Veränderung auch in der Arbeitswelt. Digitalisierung bedeutet auch völlig neue Arbeitswelten. Das geht los mit der Frage: Welche Qualifikationen muss man eigentlich haben? Die Digitale Wirtschaft entgrenzt ein ganz klassisches Arbeitsverhältnis. Früher war das klar: Ich komme zur Arbeit, dann bin ich eine bestimmte Zeit da, dann gehe ich wieder nach Haus; dafür, in der Zeit dazwischen, kriege ich mein Geld. Jetzt ist es so, dass die ersten sich auf digitalen Plattformen im Internet mit ihrer Arbeitsleistung bewerben. Der preiswerteste kriegt sozusagen den Zuschlag, und in welcher Zeit der das macht, ist völlig egal. Manche nennen das „Clickworker“.

zu lesen http://www.deutschlandfunk.de/sigmar-gabriel-wir-brauchen-die-vorratsdatenspeicherung

Nun haben die Crowdsourcing Unternehmen reagiert. Es gibt einen Crowdsourcing Code of Conduct

Die bekannten deutschen Crowdsourcing-Anbieter clickworker, Streetspotr und Testbirds haben gemeinsam mit Unterstützung des Deutschen Crowdsourcing Verbands einen Code of Conduct erarbeitet, welcher die Zusammenarbeit zwischen Dienstleistern, Kunden und Crowdworkern künftig regeln soll.

Der Verhaltenskodex wurde gestern Abend im Rahmen einer Diskussionsrunde mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ziel ist es, ergänzend zur Gesetzgebung allgemein gültige Leitlinien zu etablieren, um Crowdworking als neue Arbeitsform zu einer Win-Win-Situation für alle Beteiligten zu machen.

Der Code of Conduct steht allen interessierten Unternehmen zur Unterzeichnung offen und soll kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Nachzulesen sind die Grundsätze unter www.crowdsourcing-code.de.

Crowdsourcing – also das Auslagern von Projekten und Aufgaben an die weltweite Internetgemeinde – ist längst kein Randphänomen mehr, sondern in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Immer mehr Menschen nutzen die Möglichkeit zeit- und ortsunabhängig Geld zu verdienen, während auf der anderen Seite Unternehmen Zugang zu einer Vielzahl an potentiellen Arbeitskräften und Experten erhalten. „Crowdworking entspricht dem Wunsch vieler Erwerbstätiger nach mehr Freiheit und Flexibilität“ erklärt Philipp Benkler, Geschäftsführer der Testbirds GmbH, auf deren Initiative hin der Code of Conduct entstanden ist. „Bezüglich der konkreten Ausgestaltung von Crowdworking gibt es jedoch noch viele Unklarheiten“, so Benkler. Mit dem selbstauferlegten Regelwerk wollen die Crowdsourcing-Anbieter diese Lücke schließen und ihren Teil leisten, um Crowdworking als eine für alle Seiten gewinnbringende Verdienstmöglichkeit und motivierende Beschäftigungsform zu etablieren. Der Code of Conduct beinhaltet dabei u.a. Grundsätze zu Datenschutz, Aufgabendefinition sowie Kommunikation.

„Eine solide und nachhaltige Grundlage zur Zusammenarbeit mit den Anbietern von fluiden, crowdbasierten Arbeitsmodellen ist ein gemeinsamer Code of Conduct. Mit dem jetzt vorgestellten Verhaltenskodex werden wesentliche Eckpfeiler und gefestigte Werte definiert und bestätigt“, erklärt Dr. Michael Gebert, Vorstand des Crowdsourcing Verbands. „Crowdworking wird zukünftig nicht mehr aus unserer Gesellschaft wegzudenken sein. Daher halte ich es für notwendig, über Rahmenbedingungen und Regeln zu sprechen und die Diskussion zu fördern“, ergänzt Dorothea Utzt von der Streetspotr GmbH. Dem pflichtet auch Christian Rozsenich, Geschäftsführer der clickworker GmbH bei: „Der Code of Conduct ist ein wichtiger Schritt, um die Crowdsourcing-Branche weiter zu professionalisieren und gemeinsam ein klares Zeichen zu setzen. Alle interessierten Unternehmen sind herzlich eingeladen, sich der Initiative anzuschließen.“

Ines ZimzinskiCrowdsourcing Code of Conduct